Sichtweisen

Die Wirklichkeit neu sehen und sich verändern

Wir erschaffen uns unsere eigene Wirklichkeit. Und glauben sogar, dass sie die einzig wahre Wirklichkeit ist. Überzeugt davon im Recht zu sein, erwarten wir Veränderungen bei Anderen. Leider erwarten die Anderen das Gleiche von uns. So können Jahre vergehen, ohne dass sich etwas bewegt. Viel besser ist, die einzige Person zu ändern, die wir verändern können: uns selbst!

Fehler sind unvermeidbar. Aber wir können sie korrigieren. Jeder trägt die Fähigkeiten dazu in sich. Leider sind die Potentiale dazu oft verdeckt, vor allem in Krisenzeiten. Sie wieder zu entdecken und wirksam einzusetzen, darum geht es in der Behandlung. Nicht, um anderen das Leben leichter zu machen oder uns anzupassen. Sondern um unsere Sicht auf die Dinge zu verändern. Indem wir unsere emotionale Bindung an frühere Ereignisse erkennen und von der aktuellen Situation separieren, gewinnen wir eine befreiende Distanz und eine neue Perspektive. Wir fühlen uns nicht mehr traurig oder zornig, unterlegen oder ausgenutzt, sondern können aktuellen Situationen künftig besser begegnen und neue Wege gehen. Kritisch hinterfragen wir Aspekte Ihrer Vergangenheit. Sie können Negatives verabschieden, Gutes einladen und gelassener in die Zukunft blicken.

Zum Schmunzeln: Kennen Sie die „Anleitung zum Unglücklichsein”?

Die Geschichte mit dem Hammer, die Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick 1983 in seinem Buch erzählt, veranschaulicht sehr humorvoll, was passiert, wenn wir uns in Negativ-Sichtweisen verstricken:
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er ihn nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen ihn. Und was? Er hat ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von ihm ein Werkzeug borgen wollte, er gäbe es ihm sofort. Und warum sein Nachbar nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen ausschlagen? Leute wie der Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der Nachbar sich noch ein, er sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s ihm aber wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er “Guten Morgen” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Sie können Ihren Hammer behalten, Sie Rüpel!